Synästhesie Kunst

Was ist Synästhesie?

Synästhesie wird die Gabe genannt, verschiedenen Sinneseindrücke auf unterschiedliche Weise gleichzeitig wahrzunehmen.

Diese Gabe ist etwas wundervolles. Besonders dann, wenn man, wie in meinem Fall, die Klänge der Musik in ihren Farben, Formen und Strukturen sehen kann. Die sich wiederum in ihrem eigenem Musikraum befindet. Der individuell zur Musik unterschiedlich ist. Die Klänge sind ebenfalls von unterschiedlicher Natur. So gibt es Klänge, die an einer festen Position verharren. Während andere sich im Musikraum bewegen bzw. kommen und gehen.

Die Klänge stellen sich plastisch, sowie mit einer Farbe, Form und /oder Struktur dar. Die wiederum zum Klang unterschiedlich sind. Ebenso auch in ihrer Bewegung. Einige Klänge sind an ihrer Oberfläche zum Beispiel wie aufgekratzt. In deren Tiefe man hinein sehen kann. Wo sie sich ebenfalls farblich und strukturell darstellen und auch wiederum eine Bewegung haben können.

Musik ist eine eigenständige lebendige Welt. Sie ist wie ein eigener Kosmos. Ihre Welten sind immer wieder ein Abenteuer. Das ich immer wieder aufs neue erlebe. Faszinierend ist für mich, dass jeder Musikraum nicht nur einfach einen Raum darstellt, wie das Weltall, das wir kennen. Vielmehr besteht er aus Farben, die sich bewegen. Jeder Raum ist unendlich und verliert sich im Nichts. Diese Farben des Raumes bewegen sich mal wie ein dunkel grauer Wind, der dabei auf seiner Oberfläche glitzert. Mal erscheint ein Teil des Raumes auch wie transparente durchsichtige feste Platten, durch die man den dahinter liegenden Raum sehen kann. Es gibt so viele unterschiedlich Formen und Farben des Musikraumes, wie bei den Klängen selber.

Synästhesie äussert sich nicht nur in Farben sehen bei Musik. Sie ist vielfältiger als wir uns denken können. In der Regel berichten Synästheten, dass sie nur eine, manchmal zwei synästhestische Erfahrungen besitzen und wahrnehmen. Die häufigsten Synästhesien sind das sehen von Farben bei Buchstabe und Zahlen. Es kommt aber auch vor, dass mehrere Eindrücke wahrgenommen werden. Die nicht ausschliesslich mit Farben sehen einhergehen. Diese Erfahrungen bzw. Eindrücke können sich unter anderem darin äussern, dass der Betroffene zum Beispiel beim ansehen einer anderen Person, die wiederum von einer anderen Person am Arm berührt wird, eben diese Berührung selber auf seinem Arm spürt. Obwohl er selber nicht berührt wird. Es kommt auch vor , dass sich Gerüche farblich, sowie plastisch darstellen können. So ist zum Beispiel der Geruch von dunkel violetten Schmetterlingsflieder nicht einfach nur ein Geruch. Vielmehr setzt er sich aus einem Raum und einer strukturierten Farbe dar, die von links nach rechts in den Raum schiesst zudem noch rechts und links Ausläufer hat. Der Geruch wird von einer imaginären Lichtquelle, die sich hinter mir befindet, angestrahlt, so dass man deutlich die Auf- und abbewegungen sehen kann, in dessen Tälern es dann dunkler Reflektiert als auf den Höhen.

Dann können sich auch Geschmäcker plastisch darstellen. Wie zum Beispiel, dass jemand den Geschmack von Marzipan in steilen Bergrücken sieht, die auf den Höhen Rot metallic reflektieren. So wie in meinem Fall.

Hinzu kommt noch, dass ich den Geschmack zusätzlich farblich wahrnehme. So ist auch der Geschmack von Nugat nicht nur plastisch. Vielmehr bewegt er sich zu Beginn in harmonischen schmierigen leichten Rotationen. Dann steigt er plötzlich senkrecht in die Höhe, wo er stark kupferfarben ist und mir im Rachen schneidet. Dann fällt er nach rechts flach ab und verliert sich im Nichts.

Die Vielfältigkeit macht die Synästhesie erst so interessant. Und sollte einen besonderen Stellenwert in unserem Alltag bekommen.

Denken wir einfach einmal mehr nach, über Das was wir wahrnehmen.